Es gibt auf der Welt wohl kein besseres Beispiel für die Darstellung der vertikalen Organisation gesellschaftlicher Strukturen als die militärische und polizeiliche Hierarchie. In diesen Strukturen hat nämlich jeder Einzelne seinen festen Platz und die damit verbundenen Aufgaben, die sich aus seinem Dienstgrad ergeben. Wissen Sie jedoch, was welcher Dienstgrad bedeutet? In diesem Artikel machen wir Sie mit ihrer grundlegenden Einteilung vertraut, stellen Ihnen ihre Bezeichnungen im Vergleich zum Ausland vor und werfen einen Blick auf eine kurze Beschreibung der damit verbundenen Aufgaben.
Militärischer Dienstgrad
Militärischer Dienstgrad dient zur Identifikation der Stellung und zur Bestimmung der Befugnisse der einzelnen Angehörigen der Streitkräfte im Rahmen der hierarchischen Ordnung der inneren Struktur des Militärs.
Er wird vor allem zur Bestimmung des Verhältnisses von Über- und Unterordnung verwendet, wobei die Person mit dem höheren zugeteilten Dienstgrad der Person mit dem niedrigeren Dienstgrad übergeordnet ist, wobei jedoch gilt, dass in besonderen Fällen diese Hierarchie vorübergehend außer Kraft gesetzt werden kann. Vor allem dann, wenn die Überordnung aus spezifischen Befugnissen resultiert – zum Beispiel ist der regionale Oberkommandierende aufgrund der ihm zugeteilten Aufgabe allen zugeteilten Einheiten unabhängig vom Dienstgrad übergeordnet.
Ein weiteres Spezifikum der Hierarchie ist auch der Fall, in dem zwei Personen den gleichen Dienstgrad haben – dann ist derjenige hierarchisch übergeordnet, der dienstälter ist. Die Erlangung eines höheren Dienstgrades wird als Befördernbezeichnet, dessen Entzug ist Degradierung. Eine Person kann einmalig um einen Dienstgrad befördert werden. Im Falle einer Heldentat oder der erfolgreichen Durchführung einer militärischen Aktion auch um mehrere Stufen. Eine Person kann auch befördert werden in memoriam.

Mitglieder der Armee tragen die Dienstgradkennzeichnung (sog. Insignien) in vorgeschriebenen Größen an einer vorher festgelegten, gut sichtbaren Stelle der Dienstuniform – auf den Schulterklappen, aber auch als Aufnäher an den Ärmeln oder auf der Brust. In verkleinerter Form auch auf Kopfbedeckungen oder kleineren Teilen der Dienstkleidung.
Die Dienstgrade und die Art ihrer Verleihung werden durch die entsprechende Dienstvorschrift des Verteidigungsministers sowie auch durch das Gesetz unter Berücksichtigung der örtlichen Besonderheiten des jeweiligen Landes geregelt. In unseren Verhältnissen sind sie auch an das Alter bzw. die Anzahl der abgeleisteten Dienstjahre gebunden – ein Aufstieg auf der hierarchischen Leiter nach oben ist erst nach Ableistung der entsprechenden Anzahl an Jahren und Erreichen des Mindestalters für den jeweiligen Dienstgrad möglich.
Dienstgrade in den Streitkräften der Slowakischen Republik
Innerhalb der Streitkräfte der Slowakischen Republik (OS SR) unterscheiden wir derzeit (seit 1.1.2016) 3 Kategorien von Dienstgraden (Dienstgradgruppen), die Folgendes umfassen: Mannschaften, Unteroffiziere und Offiziere.

Tabelle der Mannschaftsdienstgrade:

Auf der militärischen Ausgehuniform werden die militärischen Dienstgrade der Mannschaften (Soldat, Gefreiter, Korporal) durch einen brünierten Steckknopf, ein brüniertes Truppengattungsabzeichen und die entsprechende Anzahl silberfarbener Dienstgradknöpfe gekennzeichnet.
Mit dem Dienstgrad Soldat 1. Stufe haben Personen, die sich der militärischen Grundausbildung unterziehen, im Rahmen derer sie die entsprechende Fachkompetenz erwerben, alle Fertigkeiten und militärischen Gewohnheiten.
Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung erhält die Person den Dienstgrad Soldat 2. Grades. Zu seinen Kompetenzen gehört vor allem die Verantwortung für die eigene Einsatzbereitschaft, das zugeteilte Material und die konsequente Erfüllung der gestellten Aufgaben. Er sollte in der Lage sein, mit der Waffe zu kämpfen und leichte Militärfahrzeuge zu führen oder Maschinen zu bedienen.
Gefreiter kann bereits ein eigens gebildetes Team bei der Erfüllung einer Kampfaufgabe befehligen. Er ist auch für die Aufsicht und den Wachdienst der unterstellten Angehörigen verantwortlich.
Den höchsten Dienstgrad innerhalb der Mannschaften hat der Unteroffizierinne. Zu seinen Kompetenzen gehört vor allem die direkte Verantwortung für die moralische und kampfmäßige Bereitschaft der Mannschaft. Er leitet den Ausbildungsprozess, befehligt die Bedienung, Besatzung oder Station.
Tabelle der Unteroffiziersdienstgrade:

Zu den Hauptaufgaben des Unteroffizierskorps gehört vor allem die Führung der zugeteilten Mannschaft, die Verantwortung für die technische Ausrüstung und die Einsatzbereitschaft der Militärtechnik sowie die Aufsicht über die Vorbereitung und Ausbildung der Soldaten in der zugeteilten Gruppe. Zu den Aufgaben des höchsten Unteroffiziersdienstgrades, des Stabsfeldwebels, gehört auch die Führung einer Ausbildungseinrichtung.
Tabelle der Offiziersdienstgrade:

Die zahlreichste Gruppe von Dienstgraden bildet das Offizierskorps, das insgesamt bis zu 10 Dienstgradstufen umfasst. Der niedrigste Dienstgrad in dieser Kategorie ist der Dienstgrad Leutnant. Er ist für fachspezifische Tätigkeiten zuständig, zu denen auch die häufige Zusammenarbeit mit Stellen im Kommando oder Stab gehört. Eine Stufe höher befindet sich der Oberleutnant, der eigenständige fachliche Tätigkeiten nach individuell festgelegtem Verfahren ausführt.
Als Nächster in der Reihenfolge folgt der Hauptmann, dessen Aufgabenbereich vor allem in der Sicherstellung fachspezifischer Tätigkeiten mit Bezug zu verschiedenen Bereichen auf Bataillons- oder Brigadeebene besteht. Außerdem befehligt er eine Kompanie.
An der militärischen Dienstuniform, an der militärischen Gesellschaftsuniform sowie auch an der Galauniform werden die militärischen Dienstgrade der Offiziere (Leutnant, Oberleutnant, Hauptmann) mit einem goldfarbenen Steckknopf gekennzeichnet, einem goldfarbenen Truppengattungsabzeichen und der entsprechenden Anzahl goldfarbener Sterne für die Offiziersdienstgrade.
Kennzeichnung des Dienstgrades HAUPTMANN:

In der Rangordnung folgt anschließend der Major, der ein Bataillon oder eine Staffel befehligt. Er ist fachlicher organisatorischer Bestandteil im Kommando oder Stab auf Brigade- und Einsatzführungskommandoebene.
Der Oberstleutnant ist für komplexere Fachtätigkeiten sowie die Führung des Stabes auf Brigadeebene zuständig und befehligt zudem ein Bataillon oder eine Staffel.
Eine Stufe höher steht der Oberst, dessen Aufgabenbeschreibung die Führung des Stabes des Einsatzführungskommandos, einer militärischen Einheit, eines Amtes oder einer Einrichtung mit Wirkung auf die gesamte Armee umfasst.
In den oberen Bereichen der Rangordnung befinden sich Brigadegeneral und Generalmajor, deren Dienstgrad zur Führung einer Brigade der Landstreitkräfte, eines internationalen Einsatzführungskommandos oder zur Leitung einer Behörde in ausländischen Strukturen berechtigt. Damit verbunden ist auch die Verantwortung für die Entstehung einer allgemeinen Gefährdung sowie für nicht wiedergutzumachende und moralische Schäden, die durch die Tätigkeit der von ihnen geführten Armeeeinheiten entstehen können.
Generalleutnant ist der vorletzte Offiziersdienstgrad und in seinen Zuständigkeitsbereich fallen nationale und supranationale Sicherheitsfragen der Slowakischen Republik. An der Spitze der Rangordnung steht der General, der die gesamten Streitkräfte befehligt.
Da es sich um die höchsten Dienstgrade handelt, sind die Kennzeichnungen der Generalsdienstgrade auf der militärischen Dienstuniform, auf der militärischen Gesellschaftsuniform sowie auf der Galauniform etwas komplexer und enthalten mehr Elemente. Die militärischen Dienstgrade Generalmajor, Generalleutnant und General werden mit einem goldfarbenen Steckknopf, einem goldfarbenen Waffengattungsabzeichen, einem Zweig für Generalsränge mit dem Staatswappen der Slowakischen Republik, einer goldfarbenen Schnur sowie der entsprechenden Anzahl goldfarbener Sterne für Generalsdienstgrade gekennzeichnet.
Kennzeichnung des Dienstgrades GENERAL:
Zum Berufssoldaten im Dienstgrad General wird man vom Präsidenten der Slowakischen Republik ernannt. Dies geschieht stets auf Grundlage eines vorgelegten Ernennungsvorschlags, den die Regierung auf Vorschlag des Verteidigungsministers unterbreitet.
Der Politiker als Hauptmann
Die Verleihung von Dienstgraden und insbesondere die Beförderung in höhere Dienstgrade regelt in der Slowakei das Gesetz über die Streitkräfte Nr. 321/2002. Bis vor kurzem umfasste das Gesetz auch die Beförderung von Soldaten in der Reserve. Nach mehreren Skandalen im Zusammenhang mit der Verleihung von Dienstgraden an öffentliche Funktionäre und Politiker wurde es jedoch Ende 2021 novelliert, wonach eine Beförderung in der Reserve nur dann möglich ist, wenn der Beförderte in die aktive Reserve versetzt wird. Daraus ergibt sich weiterhin, dass der Präsident Soldaten im Ruhestand und Kriegsveteranen nur dann einen höheren Dienstgrad verleihen kann, wenn diese Personen nicht als öffentliche Funktionäre tätig sind.
Dienstgrade innerhalb der Nordatlantischen Allianz (NATO)
Innerhalb der NATO gibt es nur 2 Dienstgradgruppen der Armeeangehörigen:
-
Offiziersdienstgrade (Officer Ranks) mit der Kennzeichnung OF1 – OF 10
-
Sonstige Dienstgrade (Other Ranks) mit der Kennzeichnung OR1 – OR9

Innerhalb dieser Gruppen werden die Kennzeichnungen zusätzlich nach Art der Teilstreitkraft (Marine, Luftwaffe, Landstreitkräfte) unterteilt. Und da es sich bei der NATO um einen Zusammenschluss mehrerer Staaten handelt, kam es in den Armeen der Mitgliedstaaten bei den Kennzeichnungen zu geringfügigen Abweichungen. Zur Angleichung der Kennzeichnungen kam es daher zur Standardisierung der einzelnen Kennzeichnungen durch die Norm mit der Bezeichnung STANAG 2116. In der Slowakei regeln die Kennzeichnungen der OS SR im Verhältnis zu den Kennzeichnungen der NATO-Soldaten neben der genannten Norm auch das Gesetz Nr. 346/2005 und die Verordnung des Verteidigungsministers der SR Nr. 20/2006.
Vergleichstabelle der Kennzeichnungen NATO und OS SR (Mannschaften und Unteroffiziere):

Vergleichstabelle der Kennzeichnungen NATO und OS SR (Offiziere und Generäle):

Polizeiliche Dienstgrade
Die Situation bezüglich der Dienstgrade bei der Polizei ist hinsichtlich der Hierarchie und der internen Organisation der Strukturen ähnlich wie beim Militär, und das ist auch kein Wunder – die Polizeidienstgrade gehen nämlich genau von den militärischen Dienstgraden aus. Bereits seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als die ersten militärisch organisierten Sicherheitskräfte entstanden, bis in die Gegenwart trugen die Angehörigen des Polizeikorps in unseren Gegenden Uniformen. In einer späteren Zeit auch mit Dienstgraden.
Im Vergleich zu den militärischen Dienstgraden besteht hier jedoch ein wesentlicher Unterschied – die Polizeidienstgrade beginnen nicht auf der Mannschaftsebene. Der erste Dienstgrad ist der Unteroffiziersdienstgrad Wachtmeister. Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass die Polizei im Gegensatz zum Militär nur einen einzigen Generalsdienstgrad hat.
Die heutige Form der Polizeidienstgrade regelt näher das Gesetz Nr. 73/1998 über den Staatsdienst der Angehörigen des Polizeikorps, des Slowakischen Nachrichtendienstes, des Korps der Justiz- und Gefängniswache der Slowakischen Republik und der Eisenbahnpolizei, konkret §20.
Den Polizisten werden die Dienstgrade nach der Anzahl der Dienstjahre gemäß folgendem Schlüssel verliehen:
Im Fähnrichsdienstgrad:

Im Offiziersdienstgrad:

Im Generalsdienstgrad:

Für die Dienstgrade Oberfähnrich, Oberst und General wird die Dienstzeit im jeweiligen Dienstgrad nicht festgelegt.

Übersicht der einzelnen Dienstgrade samt Abkürzungen:

Ein Polizist, der in der Vergangenheit in einem Dienstverhältnis zu den Streitkräften stand, kann bei der Aufnahme in den Dienst in den zuvor erreichten Dienstgrad ernannt werden, sofern ein solcher Dienstgrad auch im Polizeikorps existiert, gegebenenfalls in einen Dienstgrad gleicher Ebene. Wenn eine Person mit vollständiger Sekundarschulbildung in das Polizeikorps eintritt, wird sie ernannt und beginnt mit dem Dienstgrad Wachtmeister. Wenn eine Person mit einem Hochschulabschluss der ersten Stufe eintritt, ist ihr Dienstgrad Unterleutnant. Handelt es sich um einen Hochschulabschluss der zweiten Stufe, beginnt der Polizist mit dem Dienstgrad Leutnant.
An die Bildung gebundene Dienstgrade
Ein wichtiger Qualifikationsaspekt für die Beförderung (Ernennung in einen höheren Dienstgrad) ist bei den Polizeidienstgraden auch die erreichte Bildung. Für die Fähnrichsdienstgrade ist eine Kombination aus abgeschlossener Sekundarschulbildung mit polizeilicher Grundausbildung erforderlich. Für die Offiziersdienstgrade ist wiederum eine abgeschlossene vollständige Sekundarschulbildung in Kombination mit spezialisierter polizeilicher Ausbildung erforderlich.
Die Offiziersdienstgrade Hauptmann und Major erfordern einen Hochschulabschluss der ersten Stufe, und für das Erreichen der Offiziersdienstgrade Oberstleutnant und Oberst ist ein Hochschulabschluss der zweiten Stufe erforderlich. Zu allen 4 muss zudem eine spezialisierte polizeiliche Ausbildung hinzukommen.